Alexander Weimann ist einer der begehrtesten Ensembleleiter, Solisten und Kammermusikpartner seiner Generation. Dabei reiste er um die ganze Welt, als Mitglied des Ensembles Tragicomedia, Gast von beispielsweise Cantus Cölln, Freiburger Barockorchester, Gesualdo-Consort, Tafelmusik… Er ist künstlerischer Leiter des Pacific Baroque Orchestra in Vancouver, sowie musikalischer Leiter der Ensembles Les Voix Baroques, Le Nouvel Opéra und Tempo Rubato..
Als Gastdirigent arbeitete er in der jüngsten Vergangenheit häufiger mit dem Ensemble Arion, Les Violons du Roy und dem Portland Baroque Orchestra, sowie mit den Symphonieorchestern in Victoria und Halifax. Sowohl das Orchestre Symphonique in Québec als auch in Montréal laden ihn regelmässig als Solisten ein.
Nach Assistenzen an den Opernhäusern Amsterdam, Basel und Hamburg trat er mit eigenen Produktionen hervor: Pergolesis La Serva Padrona mit dem Freiburger Barockorchester, Pepuschs Beggar’s Opera am Schlosstheater Gotha, Händels Orlando Furioso am Teamtheater München, Telemanns Seliges Erwägen bei den Europäischen Wochen Passau, das Opernpasticcio Capriole d’Amore bei den Händelfestspielen Halle, Caldaras Clodoveo und ein mehrteiliges Musiktheater-Event um Mozart à Milano (beide Produktionen als kanadisch-deutsche Kooperation bei Festivals in Montréal und Vancouver sowie im Schloss Sanssouci in Potsdam), Händels Resurrezione, Rameaus Pygmalion, Monteverdis Marienvesper, Purcells King Arthur und Fairy Queen, sowie Händels Orlando, die letztgenannten für das jährliche Sommerfestival von Early Music Vancouver.
Er ist auf weit mehr als 100 CDs zu hören, wird in Radiostationen vieler Länder häufig gespielt, feierte sein Debut auf dem nordamerikanischen Kontinent mit dem Tragicomedia Album “Capritio” (harmonia mundi USA) und beeindruckte weltweit Publikum wie Kritik mit seiner 2001 beim kanadischen Label Atma Classique erschienenen Aufnahme von Händels “Gloria”. Bei Atma erschien im Mai 2005 auch Band 1 der ersten Gesamteinspielung aller Tastenwerke von Alessandro Scarlatti. Diese CD rief einhellig internationale Begeisterungsstürme unter den Kritikern hervor und wurde als beste kanadische Alte Musik Aufnahme für den Opus Award nominiert. Band 3 wird in Kürze veröffentlicht. In den vergangenen Jahren nahm er mit dem Montréaler Ensemble Les Voix Baroques Buxtehudes “Membra Jesu” auf (Prix Opus und Nomination für den Juno Classic Award), ausserdem Caldaras Oratorium “Clodoveo” (ebenfalls nominiert für den Juno); als Dirigent und Fortepiano-Solist spielte er mit dem deutschen Ensemble Echo du Danube erstmals Konzerte von Wagenseil ein, und setzte die Reihe seiner Soloaufnahmen mit Bachs Clavierübung II fort und veröffentlichte eine CD mit der Starsopranistin Karina Gauvin, den Oratorien Händels gewidmet. Es folgten weitere gefeierte Einspielungen: Bach’s „Johannespassion“ mit Arion und Les Voix Baroques, mit dem gleichen Vokalensemble ein Album mit Oratorien von Carissimi sowie eines mit Vokalmusik von Purcell und dessen Zeitgenossen, ein weiteres Soloalbum mit Karina Gauvin („Prima Donna“ Juno Award 2013)… eine Gesamtfassung von Händels „Orlando“ mit dem Pacific Baroque Orchestra erscheint 2013.
Weimann wurde 1965 in München geboren, wo er Orgel, Kirchenmusik, Musikwissenschaft (M.A. mit Auszeichnung über Rezitative bei J. S. Bach), Theaterwissenschaft, Latein des Mittelalters und Jazz-Piano studierte. Hierbei wurde er unterstützt durch den Bayerischen Rundfunkrat, den Deutschen Akademischen Austausch-Dienst (DAAD) und die Hochbegabtenförderung des Cusanuswerks. Neben seinem Studium besuchte er unzählige Meisterklassen in Cembalo und historischer Aufführungspraxis. Um die abendländische Musik von ihren Wurzeln her kennen und verstehen zu lernen, beschäftigte er sich einige Jahre lang intensiv mit dem Gregorianischen Choral. 1997 gewann seine damalige Gruppe Le Nuove Musiche den Ersten Preis des Premio Bonporti in Rovereto.
Von 1990 bis 95 unterrichtete Weimann Musiktheorie, Improvisation und Jazz an der Münchner Musikhochschule, seit 1998 gab er Meisterklassen in Cembalo und historischer Aufführungspraxis an verschiedenen Institutionen, so der Lunds Universität in Malmö, der Musikhochschule in Bremen und auch an nordamerikanischen Universitäten wie Berkeley/CA, Dartmouth/NH, McGill/QC, Mount Allyson/NB, dem Orford Sommerprogramm sowie als Dirigent der Opernproduktion des Amherst Early Music Festival; seit einigen Jahren betreut er die Gesangs- und Instrumental-Studenten an der Université de Montréal in Kursen zur Aufführungspraxis Alter Musik sowie als Dirigent barocker Opernproduktionen wie Monteverdis Poppea; daneben ist er ein gefragter Coach für den Sängernachwuchs, etwa des Atélier Lyrique Montréal und anderer Opernstudios. 2013/14 wird er in Vertretung die Cembaloklasse der McGill University betreuen.
In jüngster Zeit widmet sich Alexander Weimann auch wieder dem Jazz, und arbeitet als Pianist an CDs und einem Musikvideo für CBC Showcase.
Nach einigen Jahren in Berlin verbringt er in seiner Wahlheimat Montréal soviel Zeit wie möglich mit seiner Familie, aus der bisher 3 Kinder hervorgingen, sowie mit seinen Haustieren, in der Küche und bei der Gartenarbeit.